Nov 19 2009

Indizierungen im HipHop – Literatur

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Zum Thema „Indizierungen im HipHop“ haben wir sowohl Material über den Indizierungsvorgang zur Hand, so wie diverse Literatur bzw. Internetquellen zum Thema HipHop im Allgemeinen.

Interessante Literatur zum Thema:

Hörner, Fernand, Kautny, Oliver: Die Stimme im HipHop – Untersuchungen eines intermedialen Phänomens. Transcript Verlag, 1. Auflage 2008

Loh, Hannes, Verlan, Sascha: 25 Jahre HipHop in Deutschland. Hannibal Verlag, 1. Auflage  2006

Krekow, Sebastian, Steiner, Jens, Taupitz, Mathias: Das neue HipHop Lexikon. Schwarzkopf & Schwarzkopf; 1. Auflage 2003

Internetquellen:

Kommission für Jugendmedienschutz:

http://www.kjm-online.de/public/kjm/

Bundesprüfstelle für Jugendgefährdende Medien:

http://www.bundespruefstelle.de/bmfsfj/generator/bpjm/jugendmedienschutz.html

Andere Medien:

Stein, Chris: Wildstyle DVD. Zyx Music GmbH & Co. KG, 1983

Gaag, Florian: Wholetrain DVD. Los Banditos Films GmbH, 2008

Anna und Karsten

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Nov 11 2009

Interview zum Rap Verbot

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Zum Thema wurden eine 49 jährige Hausfrau/Mutter (im weiteren H/M genannt) sowie ein 17 jähriger Berufsschüler (BS) befragt.

Auf die Frage nach einem Verbot von Rap Musik (z.B. im Radio und Fernsehen) zum Schutze der Jugend stellte H/M die Relevanz von Rapmusik generell in Frage. Man sollte doch den Einfluss einer Randgruppenmusik nicht überschätzen. Es gäbe ganz andere Faktoren und schlechte Einflüsse auf Jugendliche mit denen man sich beschäftigen müsste um den Werteverfall unter Jugendlichen zu hinterfragen anstatt eine bestimmte Musikrichtung dafür in Verantwortung zu ziehen.

BS bezeichnet sich als Fan von elektronischer Musik, gelegentlich hört er aber auch Rap. Für ihn spielt der Textinhalt dabei  eine untergeordnete Rolle, es ginge um das Gefühl weniger um die Interpreten. Daher sollte man den Einfluss von Rap auf Jugendliche „nicht überbewerten“.

Als eigentliches Problem der Jugendlichen nannte H/M die Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen sowie fehlende Familienstrukturen („Es kümmert sich ja keiner mehr um die Kinder“) und aussichtslose Zukunftsperspektiven. Genauso gut könne man Heavy Metal für den „desaströsen“ Zustand der Jugend verantwortlich machen, Schuldige seien immer schnell gefunden.

Gefragt nach dem Zustand der Jugend spricht BS von einer wachsenden Gewalt unter Jugendlichen, sowohl physisch als auch psychisch, dessen Ursache er in der Perspektivlosigkeit der Jugendlichen vermutet. Er sieht aber keinen Zusammenhang zwischen der Gewalt und Musik im Allgemeinen. Weiter bemängelt er das Unvermögen von „Erwachsenen“ sich in die schwierige Lage der Jugendlichen heutzutage zu versetzen. Er persönlich hätte aber keine Probleme mit seinen Eltern. Diese hätten ihn sogar bei der Berufswahl unterstützt, was aber bei seinen Freunden nicht so gewesen wäre.

H/M verbindet mit Rap bzw. HipHop die gängigen Klischees („Weite Hose, schiefe Kappen und Imponiergehabe“) und war nach weiterer Erläuterung verwundert über die ursprünglichen Werte und Intentionen der HipHop Kultur. Auf Nachfrage behauptete sie allerdings, sie könne durchaus unterscheiden zwischen stupidem Fäkal Rap á la Bushido und harmlosen Spaß Rap wie Fettes Brot ihn macht.

BS hingegen kann spontan über Ursprung und Absichten von HipHop berichten, zeigt sich aufgeschlossen und informiert. („Mein Bruder war Breakdancer, deswegen!“) Allerdings gesteht er ein, das viele in seinem Alter gar kein Interesse an Musikgeschichte hätten und daher glauben würden Rap gäbe es erst seit Sido und Aggroberlin. Über die Zeit gingen daher Werte verloren, letztendlich hätte nur die Musik überlebt.

H/M spricht sich gegen ein Verbot aus, fordert allerdings eine weitsichtigere Kontrolle der Erziehungsberechtigten bei der Auswahl von Musik und Film für ihre Kinder.

Auch BS redet von der Verantwortung der Eltern und hält ein Verbot für „totalen Unsinn“. Ein Verbot wäre immer die einfachste Lösung für die Gesellschaft und Politik um über eigenes Unvermögen hinwegzutäuschen bzw. einen Schuldigen zu finden anstatt die eigentlichen Ursachen des Problems zu finden.

Bearbeitet von Anna und Karsten

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Nov 05 2009

Indizierungen im HipHop

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Indizierungen im HipHop:  Sollte man Rap Musik verbieten?

KJM

Die Kommission für Jugendmedienschutz (www.kjm-online.de/public/kjm/) hat vor nicht allzu langer Zeit über den Sinn eines Verbots von Rap Musik diskutiert, Soziologen und Medienpädagogen haben sich mit dem Thema auseinandergesetzt. (Unter anderem hier nachzulesen: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Jugendschutzexperten-sehen-Verbot-von-Gangster-und-Pornorap-skeptisch-218496.html ) Um die Zweckmäßigkeit zu hinterfragen, reicht ein oberflächlicher Blick auf den Einfluss von HipHop auf Jugendliche allerdings nicht aus.

HipHop heutzutage ist für Jugendliche eben genau deswegen interessant weil die Authentizität der Interpreten und die direkte Sprache mit denen sie ihren Frust verarbeiten vielen jungen Menschen aus dem Herzen spricht. Es sind nur noch selten politische aber häufig private Aussagen über Lebensumstände und persönliche Konflikte – Status Quo der Kids. Ein Weg sich in der reizüberfluteten Welt zu äußern, teilzuhaben. HipHop vereint Jugendliche über Nationalitäten hinaus. Rap ist eine Form von Kommunikation die nicht jeder „Erwachsener“ versteht oder nachvollziehen kann, eine Form von Rebellion, durch die extremen Texte eine Chance Aufmerksamkeit zu erlangen. Die Musik als Medium, der Rap als Handwerkszeug und die persönlichen Sorgen und Probleme als Antrieb zur Verständigung mit der so oft unnachgiebigen und desillusionierenden Aussenwelt.

Gangster Rap

Gangster Rap

Dabei können die Textinhalte durchaus als Spiegel der Entwicklungen innerhalb der Gesellschaft verstanden werden, Inhalte die ihren Ursprung in der Vernach-lässigung der Jugendlichen, wachsende Gewalt in deren Umfeld und der sexuellen Reizüberflutung durch Film und Fernsehen haben. Dabei muss aber klar der kommerziell erfolgreiche „Gangster- und Pornorap“ ( der in letzter Zeit verstärkt von der Bundesprüfstelle für Jugend-gefährdende Medien beobachtet wird http://www.bundespruefstelle.de/ ) von den Intentionen und Absichten der im Ursprung friedfertigen HipHop Kultur unterschieden werden.

Es gibt elementare Regeln die im HipHop zu beachten sind, ein paar Methoden zur Umsetzung der eigenen Kreativität und Vorstellung aber alles andere bestimmt jeder für sich selbst. HipHop ist ein eine Art zu Leben die man verstehen, internalisieren, und weitergeben muss, egal ob Rap, Graffiti oder Breakdance. Es sind Werte wie Respekt, Gemeinschaft, Freundschaft und ein gewaltfreies Miteinander die den ursprünglichen HipHop ausmachen: „Each One teach One“ – was ich weiß bring ich dir bei, im Gegenzug hilfst du mir auf meinem Weg.

HipHop History

HipHop History

HipHop ist Lebensinhalt, HipHop ist Freiheit. Man kann HipHop nicht kaufen oder HipHop anziehen. Man muss ihn leben und lieben: Man denkt, fühlt, atmet und spricht HipHop, es ist eine Grundhaltung die man nicht mal eben ablegen kann wenn man „gerade“ keine Lust darauf hat.

Daher sollte man Jugendliche die sich damit beschäftigen Ernst nehmen und HipHop nicht als einen Modetrend abtun, der die Jugendlichen viel zu Große Hosen, schiefe Kappen tragen und ununterbrochen fluchen lässt.

Es ist wohl auch der Reiz des leicht erlernbaren denn Rap erlaubt den Jugendlichen nach kurzer Lernphase in ihren Texten eine eigene Identität zu formulieren, in der sie bestimmen können wie es abläuft und die sie selbst nach eigenen Vorstellungen gestalten können. Und gerade deswegen finden sich in der Rap Musik auch explizite Darstellungen der Lebensumstände Jugendlicher wieder, mit aller Härte und Unverfälschtheit der gängigen Sprache.

Das gegenseitige Verständnis zwischen Erwachsenen und Jugendlichen muss gefördert werden, ein Verbot hingegen würde keinen Erfolg bringen.

Auf der Seite der Bundesprüfstelle kann man folgenden Auszug zu diesem Thema lesen:

Ein Verbot für ein Kind, in einem Spektrum vieler Musikvorlieben bestimmte Hip-Hop-Musikstücke zu hören, mag relativ leicht durchsetzbar sein. Für die Mehrzahl der Jugendlichen sind aber mit der Vorliebe für Hip-Hop-Musik auch der Freundeskreis, ihr Freizeitverhalten sowie Kleidung und Accessoires verbunden. Daraus wird deutlich, dass wie immer im Erziehungsprozess viele sensible Aspekte gleichzeitig zu beachten sind und man behutsam vorgehen muss. Letztlich sind nur die Eltern in der Lage, die für ihr Kind passenden Entscheidungen zwischen Verständnis und Vertrauen zu treffen, aber auch Grenzen zu setzen.


Dies setzt allerdings ihre Bereitschaft voraus, sich mit den Fassetten des Hip-Hop auseinander zu setzen, nicht nur mit den meistvermarkteten und teilweise jugendgefährdenden Formen, sondern auch mit den weniger bekannten, die Jugendlichen positive Impulse für ihre Entwicklung geben können. Die Frage müsste daher nicht lauten: Hip-Hop, Ja oder Nein, sondern eher: Welche Formen von Hip-Hop für Kinder und Jugendliche geeignet sind.“

(http://www.bundespruefstelle.de/bmfsfj/generator/bpjm/Jugendmedienschutz-Medienerziehung/lese-hoermedien,did=108288.html)

Bearbeitet von Anna und Karsten

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