Jul 09 2008
re:publica: The same production as every year?- Medienförderung 2.x
Bei diesem Beitrag zum Thema “Medienförderung” haben sich Rangeen K. Horami (Medien- Board), Thomas Leitert (serious-games-cluster), Oliver Passek, Susanne Schmitt (Media- Programm) und Malte Behrmann (polit. Vertreter der Computerspielentwicklung) geäußert.
Es geht, wie der Titel schon sagt, um die Medienförderung: wo kommt sie her, wer stellt Fördermittel bereit und vor allem was/wer wird gefördert?
Im Moment werden verstärkt noch Film- und Fernsehprojekte gefördert, doch der Trend geht auch zu Games (Onlinegames) und anderen digitalen Inhalten. Nicht gefördert werden z.B. Enzyklopädien, Lernsoftware, Kataloge, Datenbanken, Informationsportale, Werbung und gewaltverherrlichendes und pornografisches.
Die zentrale Frage, die den Vertretern der verschiedenen Förderungsprogrammen hier gestellt wird, lautet: Wie sehen Sie die Entwicklung in den klassischen Medienförderungsprogrammen?
Frau Horami stellt zunächst das “Medien- Board”- Berlin/Brandenburg vor. Hier werden speziell Filmproduktionen gefördert, doch es soll auch für digitale Medien geöffnet werden. Seit 2006 gibt es ein “Pilot- Förderprogramm für Entwicklung digitaler Inhalte”. Die Förderung wird vor allem als Darlehen vergeben. Die Fördergelder, die zur Verfügung stehen, steigen tendenziell, am Anfang des Programms hatten sie ca. 500.000 € zur Verfügung, 2008 sind es schon 1.ooo.ooo €.
Auf die oben genannte Frage antwortet sie damit, dass sie davon ausgeht, dass der Trend weggeht von den klassischen Filmen und dass in Zuknft auch mehr Games und Netzinhalte gefördert werden.
Als nächstes stellt Frau Schmitt das “Media- Programm” vor. Dieses will die gesamte Audio- Visuelle Industrie stärken, besonders im Bereich Film und Fernsehen. Allerdings vergeben sie keine Gelder zur Förderung und haben auch keine Entscheidungsmöglichkeiten darüber, wer Gelder bekommt, sondern dieses Programm hilft dabei Anträge auf Förderung zu stellen. Firmen können im Filmbereich 3 Projekte einreichen, in anderen Bereichen sind es nur 2.
Über das Development hinaus werden auch Workshops, Festivals, der Vertrieb von Filmen und Marktplattformen gefördert, allerdings nur, wenn sie auf den Filmbereich zugeschnitten sind.
Sie sagt außerdem, dass es ganz wichtig für einen Antrag auf Fördergelder ist, dass die Firma die Mehrheit der Rechte hat und unabhängig ist.
Auf die Frage nach der Zukunft für das Media- Pogramm antwortet sie, dass der Festivalbereich sehr filmlastig ist und dass das Programm bis 2013 sehr auf den Filmbereich festgelegt ist, dass es sich aber nach 2013 wahrscheinlich anpassen wird.
Nun spricht Malte Behrmann als politischer Vertreter der Computerspielentwicklung. Er sagt, dass auf EU- Ebene der Multi Media Bereich immer besser aufgenommen wird und dass die eigentliche Hürde die Bundesebene darstellte, die PC- Spiele verbieten wollte. Doch dies hat sich mittlerweile geändert, es gibt den Computerspiel-Preis, der auch aus Bundesgeldern finanziert wird. Außerdem sagt er, dass die Computerspielentwicklung aus kulturellen, ökonomischen und technischen Gründen unterstützungswürdig ist. Der größte Erfolg den sie hatten, war das auf EU- Ebene anerkannt wurde, dass Computerspiele Kultur sind.
Als letzter spricht Thomas Leitert der das ”serious- games- cluster” ins Leben gerufen hat, was eigentlich eine Bewegung zu den “ernsthaften” (pädagogisch wertvollen) PC- Spielen ist. Sie entwickeln Projekte und Anträge und organisieren Netzwerke von Firmen, mit den Schwerpunkten in der Tiermedizin, den “serious- games” und im Bereich Sicherheit, safety und security.
Seine Firma kennt sich im Bereich Förderung sehr gut aus und für ihn bedeutet Förderung eigentlich nur Risikominimierung, da die Gelder als Darlehen ausgegeben werden und die Firma (die einen Förderungsantrag stellt) einen Teil der Kosten selber tragen muss. Deswegen muss da ein Geschäftsmodell hinterstehen.
Es beteht eine Konvergenz im Medienbereich, im Technologiebereich und bei der Telekommunikation.
Außerdem sagt er, dass es in Deutschland eine umfangreiche Förderlandschaft gibt und, wenn man ein Projekt machen möchte, dann sollte man das auf ein Programm ausrichten. Die Förderung der Technologiestiftung z.B. bezieht sich nicht nur auf Film- und Medienförderung, sondern man sollte auch mit innovativen Ideen auf auf sie zugehen.
Auf die Frage nach der Zukunft, sagt er, dass man diese selber gestalten kann. Z.B. kann man Dinge, die schon da sind (grafische Umsetzungen), statt für “Ballerspiele” für seriöse Dinge nutzen, nämlich im Bereich des E- Learning, des Gesundheitswesens oder bei einer Simulationssoftware für Katastrophenschutzübungen.
Fazit:
Ich bin der Meinung, dass nicht nur die Filmindustrie gefördert werden sollte, sondern auch Entwicklungen in anderen Bereichen der Medien, besonders die von Herrn Leitert angesprochenen “seriösen” Programmen. Außerdem wird ja durch die Förderung der Games z.B. auch die Marktwirtschaft angekurbelt. Wenn neue Projekte auf den Markt kommen, können die Leute sie kaufen und so refinanzieren sich die Projekte auch selbst und ermöglichen eine Förderung eines neuen Projektes.