Nov 06 2009

Bücher – und wie Kinder sie nutzen

Published by Daniela at 15:29 under Allgemein

Bücher – und wie Kinder sie nutzen

Bücher sind mit die ältesten Medien, die die Welt kennt und die die Wissenswelt nachhaltig geprägt haben. Im letzten Jahrhundert kamen viele weitere elektronische Medien hinzu und seit geraumer Zeit müssen wir zunehmend feststellen, dass unsere moderneren Medien wie Internet, TV und Radio einen bedeutenden Stellenwert neben dem Buch einnehmen. Oft heißt es sogar, dass sich der Stellenwert des Buchs drastisch verringert hat.

Die Pisa Studie zeigte uns, dass das Lesen in der heutigen Zeit viel zu kurz kommt und unbedingt wieder attraktiver und interessanter für unsere Kinder werden muss.

Kinder kommen in der Regel zuerst mit dem Medium Buch in Kontakt, bevor sie z.B. das Internet nutzen. Dies geschieht meist durch Vorlesen der Eltern und Bilderbüchern.

Spätestens ab der Grundschulzeit geht kein Weg mehr um das Lesen herum.

Zu Anfang lernen Kinder meist mit Freude und Neugier, doch häufig wird Ihnen das Lesen schnell zu lästig oder anstrengend. Und für manch älteres Kind scheint es auch unnütz zu sein ein Buch zu lesen, da man alle nötigen Informationen auch über das Internet, Radio und TV bekommen kann. Für Kinder und Jugendliche ist es sehr ansprechend ohne viel Aufwand und Arbeit Informationen zu erhalten.

Festzustellen ist demnach, dass das Lesen und insbesondere das Lesen von Büchern für unsere junge Generation eher als unwichtig und zum Teil auch unnötig erscheint.

Wir sind dieser Sache weiter auf den Grund gegangen und haben überraschender Weise auch Stimmen gefunden, die zeigen, dass das Buch und das Hobby „Lesen“ noch nicht ausgestorben sind.

Bei einer Umfrage im Jahre 2000 zum Leseverhalten der Dritt- und Fünftklässler an Berliner Schulen gaben 50 bis 60% der Kinder an, sie würden sehr gerne lesen, und nur 4 bis 6% sagten, sie mögen lesen nicht. Der mit Abstand beliebteste „Leseplatz“ ist das Bett vorm Schlafengehen. Viele Kinder haben wahrscheinlich die Angewohnheit des Vorlesens vorm Schlafgehen gemocht und weitergeführt. Ca. 30% der Drittklässler und 47% der Fünftklässer gaben an, schon mehr als 25 Bücher gelesen zu haben. Trotzdem können die Kinder viele Tätigkeiten auflisten, die sie lieber machen als Lesen. Ganz hoch im Kurs sind dabei Verabredungen mit Freunden und Sport. Überraschenderweise zählen nur rund 10% der Drittklässler, aber fast 40% der Fünftklässler „Fernsehen“ auf. In beiden Altersklassen geben rund 60% der Kinder Abenteuergeschichten als ihre Lieblingslesekategorie an. Bei den Lieblingsbüchern gibt es eine große Spannweite, aber Lieblingsschriftsteller gibt es kaum oder werden nicht gekannt.

Diese Ergebnisse lassen darauf schließen, dass das Lesen bei den jungen Lesern noch aktuell ist, auch wenn man davon ausgehen kann, dass sich die Zahlen durch den erhöhten Internetkonsum in den letzten 9 Jahren verändert haben.

Wie wir bei unseren Recherchen auch herausgefunden haben, wirkt sich das Verhalten der Eltern im Umgang mit Büchern stark auf das Leseverhalten von Kindern aus. Untersuchen ergeben, dass wenn Kinder zu Hause schon einen selbstverständlichen Umgang mit Büchern erfahren, dies auch übernehmen. Wenn Kinder jedoch „Lesen in Büchern“ nur als ein Muss in der Schule erleben und auch zu Hause keiner von den Eltern gern liest bzw. seinen Mediengebrauch auf elektronische Medien einschränkt, wird das Kind wahrscheinlich nicht freiwillig und von sich aus ein Buch lesen wollen.

Generell kann man aus vielen Quellen entnehmen, dass sich die Zeit, die mit Lesen verbracht wird, zwar verschiebt oder weniger wird, aber trotzdem das Lesen für Kinder immer noch wichtig ist.

In Interviews mit Jungen im Altern von 7 bis 17 Jahren über ihr Leseverhalten sagen die Jungen, sie finden lesen gut, weil man sich selber die Welt des Buches vorstellen muss und keine Bilder vorgegeben bekommt. Sie mögen, dass man sich in eine andere Welt hineinversetzten kann und seine Fantasie gebraucht. Außerdem gehen einige davon aus, dass sie durch das Lesen mehr Informationen bekommen und dass Fernsehen „dumm“ macht.

Für Kinder und Jugendliche scheint das Lesen wohl immer noch seinen Reiz zu haben, da es gewisse Kriterien erfüllt und Funktionen übernimmt, die der Fernseher und das Internet nicht erfüllen.

Das Buch scheint also noch nicht auszusterben, auch wenn wir wissen, dass Kinder mittlerweile immer früher mit anderen Medien in Kontakt kommen und viel Zeit aufwenden, diese zu nutzen.

Autoren: Jennifer und Daniela

Quellen:

www.literaturschock.de/Bodies/specials/kinderliteratur/umfrage.php

www.dagmarwilde.de/fuergebnisse/befragung1.html

www.dagmarwilde.de/fuergebnisse/lesemedien.html

www.buchstabenwurm.de/kinderbuch/lesesozialisation.php

www.hallofamilie.de/lernen/schule/artikel/1/335-kinder-und-medien.html

www.nwsb.ch/dokumente/unters_bischof_heidtmann.pdf

One response so far

One Response to “Bücher – und wie Kinder sie nutzen”

  1. Tim Schmidton 06 Nov 2009 at 16:25

    Nur eine kurze Anmerkung.
    Sie schreiben: “Die Pisa Studie zeigte uns, dass das Lesen in der heutigen Zeit viel zu kurz kommt und unbedingt wieder attraktiver und interessanter für unsere Kinder werden muss.”
    Das ist eine subjektive Bewertung. Aussagen wie “Die Pisa Studie zeigte uns …” müssen belegt werden. Zweitens ist es ja eine Interpretation der Studie. Besser wäre als: “Die auf Seite XY dargestellten Fakten legen nahe, …” dass … .

    Vielen Dank für den insgesamt gelungenen Beitrag.

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