Nov 05 2009
Online-Shopping: Indikator der Mediensozialisation?

„Die wachsende Zahl der Internetnutzer beschert dem deutschen
Online-Handel immer neue Rekordumsätze“,
so heißt es meistens in Massenmedien.
Anders herum: Der deutsche Online-Handel
hat die neuen Rekordumsätze
der wachsenden Zahl der Internetbenutzer zu verdanken!
Die Internet- sowie Wirtschaftsexperten behaupten, der Internethandel habe sich in den letzten Jahren stark verändert, der Online-Kauf sei für viele Deutsche alltäglich geworden. Das könnte wohl als ein Indikator der Mediensozialisation betrachtet werden.
Die zahlreichen Statistiken aus den Jahren 2000, 2006 und 2009 bezüglich des eCommerces veranschaulichen, dass die Zahl der Online-Shopper in Deutschland rasant angestiegen ist. Während im Jahr 2000 etwa 9,4 Millionen User das Internet für regelmäßiges Shopping nutzten, waren 2006 31,4 Millionen Deutsche auf Shopping-Tour im Web unterwegs und 2009 sind es nun 44 Millionen (die aktuelle Einwohnerzahl der BRD liegt bei ca. 82 002 356).
„Der Online-Einkauf gehört heute zum Alltag vieler Menschen wie der Gang zum Bäcker“, sagte vor kurzem BITKOM (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V.) -Präsident Prof. August-Wilhelm Scheer. [1]
Dazu kommt auch die Diversität der Käufergruppen: Karrierefrauen und Azubis shoppen am meisten, der Osten kauft preisbewusster als der auf Bequemlichkeit und große Marken bedachte Westen. Männer sind experimentierfreudiger, Senioren informieren sich vor einem Kauf am besten, lesen dafür gerne auch einmal das Kleingedruckte. Die Zurückhaltung der Senioren erklärt sich dadurch, dass sie die Vielfalt und Weite des Internet noch nicht wirklich kennen und nutzen.[2]
Laut einer eCommerce-Studie aus dem Jahre 2006 seien die meisten Shopper unter den Auszubildenden (Schüler, Studenten und Azubis) zu finden (83,9 Prozent). Selbständige folgen mit 80,2 Prozent auf dem zweiten Platz. Das Schlusslicht bilden die Erwerbslosen (Rentner, Hausfrauen, Arbeitslose) mit 58,0 Prozent.
Das komplette
Angebot von
Mode, Haushalt,
Einrichtungen
und Technik,
fast alle Waren
und Dienst-
leistungen stehen
von unzähligen
Anbietern in
Online-Shops
zum Verkauf bereit. [3]
Da stellt man sich die Frage, was kaufen die Käufer eigentlich? Eine Statistik der BITKOM besagt, dass 2009 die meisten Internet-Nutzer (24,0 Millionen Käufer) Flüge, Bahnfahrkarten online erwarben. An zweiter Stelle (20 Millionen Käufer) wurden Eintrittskarten erworben, an dritter Stelle rangierten Bücher (15 Millionen Käufer).
Ähnlich häufig landeten Übernachtungen (14 Millionen Käufer), Kleidung /Accessoires und Unterhaltungselektroniken (13 Millionen Käufer) in den virtuellen Warenkörben.
Natürlich wird die Nutzung der Online-Shops nicht nur durch gewisse Medienkompetenz der Bevölkerung alleine bestimmt.
„The advantage online shopping malls have in terms of money, time and convenience will become more pronounced amid growing fear over the swine flu outbreak, with many consumers perhaps choosing to avoid the large crowds at weekend discount stores,”[4] so The Korea Times.
Trotzdem zeigt dieses Beispiel noch einmal, dass Medien als wichtig sowie notwendig empfunden werden und den eigenen Zielen und Bedürfnissen entsprechend genutzt werden.
_____________________________________________
- Autoren: Shenchen und Apfel -
_____________________________________________
[1] Pressemitteilung des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) vom 27. Juli 2009
[2] Vgl. dazu: http://www.ecin.de/state-of-the-art/kaeufer/ (zugegriffen am 24. November 2009)
[3] Quelle der Statistik: http://www.focus.de/service/statistik/konsum-und-besitz/internet-diese-produkte-werden-am-haeufigsten-online-gekauft_aid_422084.html (zugegriffen am 24. November 2009)
[4] http://news.alibaba.com/article/detail/trade/100193822-1-online-shopping-malls-thrive-tough.html (zugegriffen am 24. November 2009)

“die meisten Internet-Nutzer (24,0 Millionen Käufer) Flüge, Bahnfahrkarten online erwarben.”
Heißt das, dass das am meisten online vertriebene produkt Flüge und Bahnfahrkarten sind oder, dass Flüge und Bahnfahrkarten verhältnismäßig am meisten online gekauft werden 8und seltener iMr eisebüro, Schalter, etc)?
Den ersten Fall kann ich mir nämlich kaum vorstellen.
Heute beides! 2007 waren Bücher auf dem Top der am meisten online vertriebenen Produkte. Flug- und Bahntickets wurden aber schon damals am häufigsten ausschließlich oder überwiegend über das Internet gekauft, gefolgt von Computer-Software.
Ausführlicher dazu:
http://www.tns-infratest.com/presse/pdf/Presse/20071120_TNS_Infratest_OnlineShoppingCharts.pdf