Nov 05 2009

Mediensozalisation und -wirkungen bei Kindern in Deutschland

Published by adina at 22:55 under Allgemein

Mediensozialisation und –wirkungen bei Kindern in Deutschland

In Deutschland ist laut einer UNESCO-Medienstudie das Fernsehen das wichtigste Medium der 3- 13 jährigen. Rund 19 % der Kinder besitzen schon einen eigenen Fernseher im Kinderzimmer. Pro Tag verbringt ein Kind rund anderthalb Stunden vor dem Bildschirm, oft aber auch bis zu 3 Stunden. Immerhin 10% der Kinder gucken täglich nicht mehr als eine halbe Stunde fernsehen. Das Fernsehen hat mittlerweile eine zentrale Rolle im alltäglichen Leben der 3-13 jährigen eingenommen. Dies beweist auch eine Studie  von Walter Klinger und Jo Groebel, bei denen 82% der Kinder angeben, das Fernsehen am meisten Freizeit einnimmt. 73% geben immerhin noch an ihre Freizeit mit „ draußen spielen“ zu verbringen und nur 9% sind in dieser Zeit vor dem Computer.

Die Medien sind mittlerweile ein Teil der Alltagsgewohnheiten des Menschen. Das beginnt schon damit, dass man morgens beim Aufstehen das Radio einschaltet, mittags schnell seine e-mails liest und sich abends zur „Entspannung“ vor den Fernseher setzt. Dadurch das diese Nutzung der Medien so alltäglich geworden ist, nimmt man diese gar nicht mehr bewusst war.

Kleinkinder wollen auf der einen Seite die Welt entdecken, weswegen auch Sendungen wie „ die Sesamstraße“ oder „Die Sendung mit der Maus“ so einen großen Erfolg haben. Diese steigern die Sprach- und Verständnisfähigkeiten und fördern ein positives soziales Verhalten. Die Kinder erfahren von fremden Kulturen, verschiedenen Lebewesen und anderen Fakten über die Welt. Auf der anderen Seite wollen Kleinkinder ihrer Phantasie freien Lauf lassen. Daher lieben sie Zeichentrickfilme, denn dort können sie in eine andere Welt „entschweben.“

Zwischen dem siebten und achten Lebensjahr scheint dann ein Wandel einzutreten, denn nun tendieren die Kinder immer öfter dazu, Geschlechtsspezifische Filme und Serien zu gucken. Die Jungen wollen Actionfilme und die Mädchen Familienserien gucken. Mit dem Beginn der Pubertät wird dann der Kontakt mit dem anderen Geschlecht interessant und Musiksender wie MTV und VIVA gewinnen immer mehr an Beliebtheit. Aber auch sogenannte Soaps gewinnen, gerade bei den Mädchen, immer mehr an Bedeutung. Die Kinder sagen, dass ihnen das Fernsehen zur Ablenkung und Entspannung dient. Sie tauchen dann in andere Welten ab. Sie finden Vorbilder beziehungsweise haben ein Interesse an einer bestimmten Person und gucken sich dann Verhaltensweisen und Reaktionen dieser Menschen ab.

Die Pubertät ist die kritische Phase in der die Kinder/ Jugendliche erlernen müssen zwischen Realität und Fiktion zu unterscheiden. Denn gerade dann, wenn es in der realen Welt Probleme gibt, flüchten viele Kinder in Phantasiewelten. Kinder mit zu wenig Selbstbewusstsein schlüpfen in die Rolle ihrer Helden und Kinder mit mangelnder Zuwendung klammern sich an ihre geliebten Stars. Dieses flüchten in die Fiktion wird häufig auch noch von den Medien unterstützt. Sie zeigen Stars und deren Lifestyle, wie man sich zu kleiden hat und was gerade In ist oder nicht. Dazu kommen Soaps und ähnlich gestellte Serien, in denen bestimme Lebensabschnitte eines jeden Menschen in extremer Form und überspitzt dargestellt werden. Die Medien nehmen einen großen Einfluss auf die Identitätsbildung, da sie Normen, Werte und Emotionen vermitteln, die nicht immer unbedingt mit denen der realen Welt übereinstimmen. Das heißt, man wird nicht mehr von dem geprägt was „wahr“ ist, sondern von dem was die Medien einen glauben lassen/machen wahr zu sein. Daher spielt das Merchandising, sprich die Vermarktung von Produkten von Medienhelden und auch –Inhalten, eine immer größere Rolle. Es gibt unzählige Zeitschriften, TV-Programme und Interneteinträge in denen die Kinder/Jungendlichen alles über Trends, den Lifestyle ihrer Stars und Vorbilder und ähnliches in Erfahrung bringen können.

 

 

Mit der Ausbreitung der Medien sind aber auch immer mehr Probleme aufgetaucht. Das größte Problem ist wohl die Mediengewalt. Im Fernsehen, also in Spielfilmen und Serien wird die Gewalt meistens als etwas Positives dargestellt. Dort hilft die Gewalt Probleme zu lösen und einen gewissen Status und Macht zu erwerben. Gerade Jungen schauen sich dieses Verhalten gerne ab, vor allem wenn sie Probleme mit sich selbst und/oder ihren Umfeld haben. Ihnen mangelt es dann wieder an der Unterscheidung von Fiktion und Realität. Sie schlüpfen in die Rolle ihres Vorbildes und versuchen dessen Verhaltensweisen nach zu ahmen. Mit dem Internet ist nun auch der Zugang zur Gewalt einfacher geworden. Menschen aus aller Welt tauschen sich aus und veröffentlichen Videos die Gewalt verherrlichend sind. Vor allem die Kinderpornographie breitet sich durch die Medien, besonders das Internet, immer mehr aus. Man kann aber mit Sicherheit sagen, dass Mediengewalt nicht die Ursache ständig wachsender Gewaltbereitschaft ist, sondern diese nur verstärkt.

Abschließend lässt sich sagen, dass der Umgang mit den Medien unumgänglich ist, da diese immer mehr zum Bestandteil unseres Lebens werden. Wir müssen nur lernen, wie man richtig mit diesen Medien um geht. Dies ist besonders für die Kinder wichtig. Wir Menschen müssen lernen zwischen Fiktion und Realität zu unterscheiden und das, nur weil uns etwas in den Medien präsentiert wird, es nicht unbedingt der Wahrheit entspricht!

One response so far

One Response to “Mediensozalisation und -wirkungen bei Kindern in Deutschland”

  1. Marianon 05 Nov 2009 at 23:25

    Sehr schön geschrieben!

    Dennoch: Gibt es Quellen zu den Aussagen des vorletzten Absatzes? Das scheint mir doch eher Spekulation zu sein.

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