Apr 16 2008
Die weltweite Welt von Google

“['gu:g?l]
Internet-Suchmaschine der US-amerikanischen Firma Google Inc., Sitz: Mountain View, Calif.; 1998 von den Studenten S. Brin und L. Page gegründet, seit 1999 am Netz; bearbeitet heute weltweit mehr als die Hälfte aller WWW- Suchanfragen.” (spiegel online)
Ich vermute, dass jeder, wirklich jeder Google nicht nur kennt, sondern auch nutzt. Die Definition von Spiegel online legt dies nahe. Langwierige Gebrauchsanweisungen sind allein schon deshalb überflüssig. 1998 wurde Google als Suchmaschine gegründet. Seit dem hat sich die Maske kaum verändert und seit dem versteht eigentlich auch jeder, wie es geht: In das Feld, in dem der Zeiger blinkt, den gewünschten Begriff eingeben und schon hagelt es Seiten über Seiten.
Ein paar Funktionen und das Imperium, das Google sich mittlerweile aufbauen konnte, sind allerdings nicht so sehr bekannt.
Wie bereits gesagt, wurde Google als Suchmaschine gegründet und bis heute ist es das eindeutige Hauptgeschäft. Der Name stammt übrigens vom Wort googol, was die Zahl 10^100 bezeichnet. Die Gründer suchten das Wort für eine große Zahl und haben sich entweder verschrieben oder einen wirklichen Kunstgriff getan. Übrigens akzeptiert der Duden seit einigen Ausgaben das Wort googeln als Verb für die Suche im Internet. Das zeigt, wie präsent die Dienste im unüberschaubaren Netz geworden sind.
Interessant ist vielleicht, dass Google die Datenbank auf vielen, vielen PCs, also nicht auf ominösen Superrechnern, sondern auf stinknormalen Standardrechnern laufen lässt. Fällt eine Einheit aus, übernehmen so die anderen die Datenverarbeitung problemlos. Diese Variante ist sehr zeit- und geldsparend. Niemand weiß so genau, wie viele Seiten Google mittlerweile auf in der Datenbank hat, das dies nicht mehr zählbar ist. Google selbst spricht von über 8 Milliarden Seiten. Dazu kommen noch die Verweise auf Bilder, Nachrichtenquellen etc. Neue Seiten findet die Netz-Druchforstungs-Software von Google, ein sogenannter Webrobot. Dieser durchsucht ständig das gesamte Netz nach neuen Seiten oder Veränderungen. Er fängt bei bekannten an und sucht dort nach Verweisen und Links, über die er zu weiteren Ergebnissen kommt. Jede neue Seite wird katalogisiert und mit Schlagwörtern versehen.
Sucht man eine Seite im Internet, so kann man leicht von den vielen Ergebnissen erschlagen werden. Das Ranking ist deshalb entscheidend für die Qualität einer Suchmaschine. Google hat sich dafür entschieden, dass eine Seite umso höher eingestuft wird, desto mehr Verweise auf diese Seite existieren. Natürlich ist es dann noch entscheidend, wie stark die eingegebene Suche mit der Seite übereinstimmt. Doch die genaue Art der Sortierung ist Betriebs- und Erfolgsgeheimnis.
Was gibt es nun sonst noch für funktionen?
Abgesehen von den üblichen Diensten kann Google zum Beispiel rechnen. Gibt man eine Aufgabe ‘a la 2+3= ein, bekommt man das Ergebnis ausgeworfen. Kompliziertere Operationen sind natürlich auch drin. Man muss sie nur normal eintippen können.
Wenn man wissen möchte, in welchen Ländern am häufigsten nach Sex gegoogelt wird, kann man dies über google.com/trends erfahren. Pakistan führt übrigens vor Ägypten, Vietnam und Iran. Aha!
Personalisierte Startseiten sind schon seit einigen Jahren mit google.de/ig machbar. Man kann sagen, das Google momentan besonders in den Bereichen ausbaut, wo sie Microsoft im Bereich Personalisierter Computer Konkurrenz machen.
Wer ein Schnäppchenjäger ist, lässt sich unter froogle.de helfen.
Immer dabei hat man google mit der Spezialversion für Handys etc. : google.de/mobile.
Interessant für Blogger ist der Dienst von Google bei blogger.com. Auch in die Kategorie Web 2.0 fällt der News Alert von google.de/news. Ein E-mail-Service (google.de/mail) und der obligatorische Kalender (google.com/calendar) gehören ebenfalls dazu. Letzterer ist in Deutschland allerdings bisher kaum oder gar nicht nutzbar. Und selbstverständlich gibt es google.de/talk mit dem man Internettelefonie und Voicechat betreiben kann.
Wieder deutlich bekannter sind Google Earth. Mit diesem wirklich faszinierenden Programm kann man sich die Welt von Sateliten aus ansehen und so nah heranzoomen, dass man einzelne Autos, Menschen, Äste in Bäumen auf den Straßen sehen kann. Zugegeben, nicht die ganze Welt ist so detailgetreu aufgenommen. Wer beeindruckt werden möchte und aus einem Kaff im Nirgendwo kommt, sollte lieber nicht nach dem Haus seiner Kindheit suchen, sondern sich lieber Manhattan oder ähnlich großes anschauen. Der Download lohnt sich auf jeden Fall!
Das Bildbearbeitungsprogramm picasa gehört auch noch zu den meistgenutzen Programmen. Kritisch angemerkt: Es liegt wohl daran, dass Google es in das Gesamtpaket gepackt hat, das man mit Mozilla Firefox (Webbrowser ähnlich Internetexplorer – nur besser) runterlädt.
Insgesamt kann man sagen, dass Google Microsoft bald ernsthafte Konkurrenz machen kann – zumal alle Software grundsätzlich kostenlos und verlässlich ist. Ich bin begeistert von den Möglichkeiten dieser Suchmaschine, die das Web noch eine Spur übersichtlich und benutzbar hält.
Ich habe jetzt ganz bestimmt noch vieles vergessen, wie zum Beispiel die automatische Ergänzung in Firefox. Gibt man einen Namen ohne www.* ein, so sucht Google die wahrscheinlich gemeinte Seite und zeigt sie an ohne den Umweg über die Maske von Google selbst. Und da werden auch noch viele weitere Funktionen sein, die ich bisher noch nicht kenne.
Aber allein schon dieses Angebot macht Google unerlässlich in dem täglichen Umgang mit dem Internet. Und das weltweit!
Ich möchte gerne anmerken, dass Google mit diktatorischen Regimes, wie dem in China zusammenarbeitet, um dort auch Gewinne zu erzielen. In China kann man also auch Google benutzen, aber die Suchergebnisse werden zensiert. So kann man beispielsweise nach “Tiananmen” suchen (’Platz des himmlischen Friedens’ auf dem 1989 ca. 3000 Menschen getötet wurden) und bekommt nur einige wenige Suchergebnisse angezeigt, die aber nur über den Platz als touristische Attraktion berichten.
Hallo,
der Artikel zu google gefällt mir gut. Zu den vielen Geschichten um google möchte ich noch eine eigene ergänzen:
Ich suchte vor ca. 2 Jahren nach dem Logo der alten Trikotagen-Firma “Palme”. Fußballfans müssten die Trikots der Firma ein Begriff sein. Sie gibt es zwar seit Jahrzehnten nicht mehr, aber viele haben aufgrund ihres Alters einen Kultstatus. So zum Beispiel das erste Trikot mit Sponsor (Jägermeister) in der Bunderliga überhaupt, von Eintracht Braunschweig. Für die Suche benutzte ich selbstverständlich google. Es gelang mir aber nicht mit noch so viel Aufwand ein geeignetes Logo im Internet zu finden. Ich habe die Suche schon aufgegeben, da kam ich auf die Idee, mal eine andere Suchmaschine zu benutzen. Also bemühte ich yahoo und siehe da, an achter Stelle (so um den Dreh) bekam ich den Link zu Firmenhomepage (www.palme-sport.de). Ah, es gibt diese Firma also doch noch, dachte ich verwundert. Zwar scheint deren Angebot ein wenig überholt, man kann allenfalls von einem “Trashwert” sprechen, aber es gibt sie noch.
Da sieht man mal die indirekte Macht, die von der Informationshoheit von google ausgeht. Sachen die man dort nicht findet, scheinen gar nicht zu existieren, obwohl sie sich real greifbar auf unserer Erde befinden. (Als kleine Anmerkung zur Zensierung in China etc.)
Ich habe eben noch mal bei google “Palme und Trikots” eingegeben. Diesmal kam der Link an erster Stelle.
Glück gehabt, google!
Neulich kam im Fernsehen ein sehr guter Bericht zu google, der vor allem verdeutlicht, wie die Firmenstruktur funktioniert. Google gibt wirklich Umengen Geld aus, um Sachen zu finanzieren, die noch keinen Sinn habe, außer Kunden zu binden. Ein gutes Beispiel ist Google Earth: Das kostet Unmengen, bringt aber erstmal nichts ein, weil keine Werbung angezeigt wird. Der einzige Sinn dahinter ist, die Marke Google an erster Stelle zu halten.
Alle, die eine halbe Stunde Zeit haben, sollten sich unbedingt mal die unterhaltsame, informative und kritische Sendung anschauen. Geht kostenlos hier:
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/neues.Spezial_Die_Welt_ist_eine_Google!/458378?inPopup=true
Ich kenne einige Leute, die sehr Google sehr kritisch gegenüber stehen, weil eben tatsächlich alles gefunden werden kann. Aber anders herum gefragt: Kann man das Google wirklich zum Vorwurf machen, dass es (tlw.) den Schmutz findet, den man Internet hinterlassen hat?
Ich finde es sehr angenehm, dass es Google gibt und es war in vielen Situationen (auch in der Uni) die große Rettung. Ich persönlich könnte ohne google im Internet gar nicht mehr zu und insofern können mir als Otto- Normal- Nutzer doch alle anderen Nebenkriegsschauplätze doch egal sein, oder? Wenn Google durch Google Earth Kunden binden will und das also darum nur ein mieser Trick ist, freue ich mich persönlich über das nette Feature und nutze es gerne.
Und ganz ehrlich: Wenn mich jemand unbedingt finden möchte, dann findet er mich auch. Ob es nun Google gibt oder nicht. Wie gesagt, imo findet Google nur das, was du selbst produziert. Wer da bereits ansetzt und “vorsichtig” ist, ist auch vor Google bzw. dessen Missbrauchern geschützt.