Nov 19 2009
Weitere Recherche zum Thema „Leseverhalten von Kindern/ Umgang mit Büchern”
Da leider einige für uns relevante Bücher aus der Bibliothek zurzeit ausgeliehen sind, ist unsere weitere Suche nach Material für unser Thema sehr knapp ausgefallen. Dennoch sind wir auf zwei Quellen gestoßen.
Zum einen fanden wir in der Alten Münze:
Kinder lesen – Kinder leben: Kindheit in der Kinderliteratur/ hrsg. von Gudrun Stenzel in Zusammenarbeit mit der AJuM der GEW
Hauptsächlich beschäftigt sich dieses Buch mit der Frage, wie sich die Kindheitsvorstellungen bzw. Kindheitsbilder in verschiedenen historischen Kontexten in der Kinderliteratur wiederfinden lassen. Außerdem handelt es davon, wie die Kinderliteratur die realen Bedingungen für Kindheit darstellt. Es geht also um Kindheitsforschung, die sich auf Kinderliteratur bezieht. Die jeweiligen Autoren, die in diesem Buch angesprochen werden, stellen Kindheit in ihrer Literatur unterschiedlich dar, weil sie verschiedene Ideale und Vorstellungen über Kindheit haben.
Für uns war der Abschnitt über kindliche Leseinteressen interessant. Eine empirische Erhebung zur Lesemotivation in Grundschulen hat gezeigt, dass sich Kinder oft nicht von realistischer Kinderliteratur zum Lesen motivieren lassen. Oft steht diese Literatur im Zentrum des literaturwissenschaftlichen Interesses. Sie dient zur Sachinformation oder beinhaltet moralische Appelle und eine Wertung von falschem und richtigem Verhalten. Für Kinder aber bedeutet dies, dass sie sich nicht in einer künstlerischen Spielwelt entfalten können. Dadurch entwickelt sich eine distanzierte Haltung von Seiten der Kinder.
In der Bibliothek Sozialwissenschaften fanden wir:
Lesen und soziale Herkunft: eine empirische Untersuchung zum Leseverhalten von Jugendlichen/ von Dirk Gerlach, Weinheim (u.a.) Beltz Verlag
Dieses Buch beschäftigt sich mit der kritischen Auseinandersetzung und Verfahren der Leseforschung. Durch eine Befragung von 10 bis 16-jährigen Schülern und Schülerinnen werden Unterschiede im Leseverhalten festgestellt und erforscht.
Die Auflage ist von 1976 und deswegen nicht besonders aktuell. Außerdem beschäftigt sich das Buch eher mit dem Leseverhalten Jugendlicher, weswegen der Inhalt des Buchs nur teilweise für uns relevant ist. Ein sehr interessanter Aspekt dieser Untersuchungen ist der Einfluss des primären Sozialisationsbereiches auf das Leseverhalten der Kinder. Die familiäre Umgebung und besonders auch der gesellschaftliche Stand der Familie haben laut der Untersuchung einen Einfluss auf den Umgang der Kinder mit Büchern. Da das Kind von 1967 unter „normalen“ Umständen den Eltern bzw. der Familie zeitlich am längsten und räumlich am intensivsten ausgesetzt war, ist der Einfluss auf das Verhalten insgesamt sehr bedeutend und damit ist das Leseverhalten natürlich mit eingeschlossen. Der Einfluss der sozialen Stellung der Familie lässt sich z.B. damit erkennen, dass Familien mit weniger Einkommen weniger Geld haben, um Lesestoff zu kaufen.
Insgesamt stellt das Buch eine sehr interessante empirische Untersuchung dar und erklärt die Ergebnisse verständlich. Leider haben sich die Daten wahrscheinlich im Laufe der Zeit verändert, wodurch die Relevanz für unsere Untersuchung abnimmt. Allerdings zeichnen sich grundsätzliche Tendenzen ab, die für weitere Recherchen hilfreich sind.
Autoren: Jennifer und Daniela