In dem Film „Ungeküsst“ werden u.a. ein typischer Klassenraum und ein Speisesaal einer amerikanischen High School gezeigt.
In Klassenraum befinden sich mehrere Einzeltische mit angebauten Stühlen, die allesamt zur Tafel bzw. zum Lehrerpult hin ausgerichtet sind. Dazu sind sie ordentlich und mit demselben Abstand zueinander aufgestellt. Der Raum ist durch diese Anordnung auch sehr gut ausgefüllt. Vor der Haupttafel steht ein aus Holz gebautes Lehrerpult.
Die Haupttafel ist sehr lang und füllt beinahe die ganze Wand aus. Sie ist mit zwei sehr ausgefallenen braunen Masken geschmückt. Zusätzlich kleben darauf noch eine Weltkarte und allerhand Gebasteltes, was allerdings ohne jedes System dort aufgeklebt wurde.
Auf der gegenüberliegenden Seite der Tafel, an der die Lehrerin steht, ist ebenfalls eine Tafel angebracht, auf der mehrere Projektarbeiten diverser Ausführungen, Weltkarten und Bilder angebracht sind. Rechts in der Ecke befindet sich zusätzlich noch ein grauer Schrank, in dem vermutlich Arbeitsutensilien oder Bücher verstaut werden. Auf dem Schrank steht ein Globus, verschieden Kästen und dazu noch ein großer ausgebreiteter Fächer, der etwas golden schimmert.
Es gibt in dem Raum eine Fensterseite. Diese liegt gegenüber der Eingangstür. Die Fensterreihe ist am ganzen Raum entlang gezogen und die Fenster werden durch kleine Wandeinheiten voneinander getrennt. Durch die vielen Fenster erscheint der Raum sehr hell. Die Fenster sind ebenfalls sehr ausgeschmückt: Von gebastelten Mobilen bis hin zu Laternen.
Gegenüber der Fensterwand ist [– Verwunderung –] ebenfalls eine an der ganzen Wand langgezogene Pinnwand oder ähnliches (kaum zu erkennen, da es ebenfalls total beklebt und verziert ist) angebracht. An dieser sieht man, wie schon an allen anderen Wänden des Raumes, allerhand gebastelte Dinge. Und zusätzlich eine Karte aller US-Staaten. Dazu noch ein paar Plakate und einen Traumfänger.
Durch die ganzen bunten Verzierungen dieses Raumes, könnte es sich auch um einen Spielraum für Kindergartenkinder handeln. Aber dies sei nur am Rande erwähnt. Alles in allem wirkt der Raum sehr hell, freundlich und bunt. Aber in einem Land, in dem es zählt, immer gut gelaunt zu sein und möglichst lange jung zu bleiben, kein Wunder.
Im Gegensatz dazu ist der Speisesaal eher schlicht und funktional gestaltet. An der Essensausgabe vor dem Speisesaal können sich die Schüler zwischen drei Hauptgerichten und diversen Beilagen entscheiden. Erwähnenswert ist, dass sich im Hintergrund zwar eine sog. Ernährungspyramide befindet, die Auskunft darüber geben soll, was gesundes und was ungesundes Essen ist, es an der Ausgabe selber aber eher Fast Food zu essen gibt als vollwertige Gerichte.
Der Speisesaal selbst sieht aus wie eine leer geräumte Turnhalle und ist funktional mit vielen Tischen und Bänken ausgestattet, die durch Gänge voneinander getrennt stehen. Durch eine halbverglaste Wand fällt Licht in den Speisesaal.
Im Gegensatz zu dem bunt beschriebenen Klassenraum ist der Speisesaal eher schlicht gehalten, an den Wänden finden sich aber typische amerikanische Poster wie „Make our School drugfree“ oder diverse Partyflyer wie etwa der, der die Prom Night ankündigt. Auffällig sind auch hier wieder die unzähligen Ernährungspyramiden im Hintergrund, sowie ausgeschnittene Fast Food- Bildchen von Pommes, Hamburgern und auch Süßigkeiten.
Durch die gegensätzlichen Beschreibungen beider Räume wird deutlich, welche repräsentativen Aufgaben beide Räume jeweils erfüllen sollen. So soll das bunt geschmückte Klassenzimmer die Projektarbeiten der Schüler/innen besonders hervorheben und so zum Beispiel Besuchern der Schule veranschaulichen, wie sehr sich die Schule um ihre Schüler/innen bemüht und wie vielfältig und erfolgversprechend das Angebot der Schule ist. Die vielfältigen amerikanischen Flaggen, Karten etc. stehen sinnbildlich für die so oft in amerikanischen Filmen gezeigte amerikanische Liebe zum eigenen Land und passen daher sehr gut in das repräsentative Konzept der Klassenräume.
Der Speisesaal hingegen zeigt die erzieherische Absicht der Schule. Die unzähligen Ernährungspyramiden ringsum die Tische sollen die Schüler/innen zu einer gesunden Ernährungsweise auffordern und so wiederum die Bemühungen der Schule um ihre Schüler/innen zeigen. Fraglich ist jedoch, ob all diese Bemühungen nicht mehr Schein als Sein sind, denn wenn man sich zum Beispiel das Essensangebot der Schule ansieht, so ist dies eher nicht im Sinne einer gesunden Ernährung, auf die die Schule doch angeblich so viel Wert legt.