Eine Zeitreise in das Mittelalter – Das Kivelingsfest in Lingen (Ems) 2011

Kivelingsfest Lingen 2011 FestteilnehmerDie Schläge eines schweren Hammers schallen über den Marktplatz der emsländischen Stadt. Von irgendwo erklingen die zarten Töne einer Laute, die hin und wieder übertönt werden von den lautstarken Rufen eines Marktschreiers, dessen Stimme sich beim Bewerben seiner Waren fast überschlägt.

Plötzlich mischt sich ein rhythmisches, immer näher kommendes Trommeln in die Geräuschkulisse. Die Menschen, die sich auf dem Marktplatz eingefunden haben, verstummen. Die Trommeln scheinen etwas Besonderes anzukündigen. Und tatsächlich. Ein ganz in Purpurrot gekleideter junger Mann betritt den hölzernen, durch ein Zeltdach geschützten Thron, der das Zentrum des Treibens auf dem Marktplatz bildet. Sein Umhang und die seine Kopfbedeckung schmückenden Federn wehen im lichten Frühsommerwind. Mit Hilfe einer Pergamentrolle verkündet er das Nahen des Königs samt Gefolge.

Und da kommt er schon. Mühsam bahnen sich die bunt gekleideten und von metallenen Helmen geschützten Wachen mit ihren Hellebarden den Weg durch die wartenden Menschen. Hinter ihnen marschieren die Trommler. Sie sorgen mit ihren rhythmischen Takten für die Ruhe, die dem ihnen folgenden, wahrlich majestätisch gewandeten König gebührt. An seiner Seite befindet sich die Königin in einem imposanten Kleid. Die Brust von König und Königin schmückt eine Kette mit einem silbernen Vogel, das Zeichen ihrer Regentschaft. Sie begeben sich nun ebenfalls auf den Thron, um die davor wartenden Menschen zu begrüßen.

Anders als man vermuten könnte, befinden wir uns keinesfalls im tiefsten Mittelalter. Vielmehr lassen sich die oben beschriebene Szenerie alle drei Jahre zu Pfingsten in der emsländischen Stadt Lingen (Ems) beobachten. Doch wie kommt es dazu, dass dort alle drei Jahre ein solches mittelalterliches Treiben stattfindet?

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