riga

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Die Blog-Statistik listet auch auf, mit welchen Google-Suchanfragen Benutzer zu mir gelangt sind. Das ist aufschlussreich, zumeist, amüsant manchmal und seltsam bisweilen. Heute bin ich gestolpert über “Wie sehen die Frauen in Riga aus?”

Ja, wie sehen sie denn aus? Ich hab kurz in meinen Riga-Photos gewühlt und kann mal ganz unrepräsentativ dieses Ergebnis präsentieren:

Frauen in Riga

Rigas Freiheitsdenkmal ist ein bisschen sowas wie Mittelpunkt Rigas. Hoch aufragend, weithin sichtbar, erkennbare und versteckte Linien verbindend. Die Geschichte des Denkmals ist mal wieder eng verknüpft mit der Geschichte Lettlands als Nation. Finanziert aus Spenden der lettischen Bevölkerung wurde es in der Zeit der ersten lettischen Unabhängigkeit zwischen den Weltkriegen erbaut. Kārlis Zāle, der den Brüderfriedhof entworfen hat, war auch hier beteiligt. An der Spitze eine weibliche Statue, Allegorie der Freiheit, die drei goldene Sterne für die drei Regionen Lettlands in den Himmel streckt. Interessant: Auch zu Sowjetzeiten blieb das Denkmal stehen, obwohl (oder gerade weil) es für die Freiheit des lettischen Volkes stand und obwohl es gerade nach Westen ausgerichtet ist. Als Gegenpol wurde aber das sowjetische Denkmal errichtet. (Dazu später mehr)

Freiheitsdenkmal Riga

Freiheitsdenkmal Riga

Freiheitsdenkmal Riga

Freiheitsdenkmal Riga

Freiheitsdenkmal Riga

Und hier noch mein neues Desktophintergrundbild:

Freiheitsdenkmal Riga

Andrejsala Sign

Sonntagmorgen hatte ich noch Zeit bis zum Flug am Nachmittag und war wieder etwa abseits der normalen Touristenrouten unterwegs. In Riga sehen die meisten Frauen aus, als wollten sie so aussehen, als kämen sie aus einem Gucci-Katalog (falls es sowas gibt) und die meisten jungen Männer, als wollten sie sehr bald so viel verdienen, dass sie sich mindestens drei dieser Frauen und zwei deutsche Autos (noch nie habe ich so viele Porsche Cayennes wie in Riga gesehen) leisten können. Wenig ist im Straßenleben von kreativer Alternativkultur zu sehen.

Darum auf dem Programm: Andrejsala, Lettlands progressivstes Künstlerviertel oder Kunstareal oder kreatives Zentrum oder wie auch immer. Direkt neben den großen Ostseefähren und nur zwei Kilometer vom Zentrum, aber in einer komplett anderen Welt.

Andrejsala Entry

Das Schild am Eingang zeigt deutlich: Jo, passt, hier darf ich rein. Leider hatte ich nicht mit Künstlers Schlafmützigkeit gerechnet: Vor 13 Uhr steht da sonntags niemand auf, um Galerie, Museum oder Bar zu öffnen. Blieb um 10.30 Uhr also nur die vielversprechenden Fassaden zu bestaunen und den Rest für den nächsten Riga-Trip aufzusparen. Der kommt bestimmt.

Andrejsala - Teatra bars

Andrejsala - House Boat

Tipp für Preisbewusste und Abenteuerlustige: Das Singalong Hotel (Doppelzimmer ab 39€). Bilder aus dem Inneren gibt’s hier, hier (oben rechts) oder hier. Ich finde: Wow. Das sieht absolut großartig aus.

Andrejsala - Hotel Singalong

Und hier gibt’s Konzerte. Tolle Location, finde ich:

Andrejsala

Imagine you drive a truck and have to deliver some fine goods to Rīga’s City Center. They made it hard for you! Solve this puzzle first:

riga_truck_puzzle.jpg

In puzzle books it would read as “Only move two bridges and never leave you truck alone with a policeman.”

Ein äußerst beeindruckendes, für deutsche Augen aber auch etwas befremdlich-beklemmendes Nationaldenkmal in Rīga ist der Brāļu kapi (Brüderfriedhof). Beklemmend, weil die streng symmetrische und symbolische Anlage so monumental steinern daherkommt wie nationalsozialistische Architektur. Befremdlich, weil derartige Heldenverehrung in Deutschland fremd ist. Dass ich ganz alleine war, hat das Gefühl von Entrückung noch verstärkt. Weit und breit kein Mensch, lediglich 20 Straßenbahnminuten von Rigas Innenstadt entfernt. Nur strahlende Sonne, stummer Stein und kraftstrotzendes Grün.

Aus dem geschichtlichen Hintergrund wird aber vieles verständlich. 1918 errang Lettland erstmals nach ca. 800 Jahren Fremdherrschaft die Unabhängigkeit. Manche Kämpfe und Wirren waren noch zu durchstehen, bevor 1920 mit der völkerrechtlichen Anerkennung durch Sowjetrussland ein einigermaßen gesicherter Zustand erreicht wurde. In den folgenden Jahren schossen Denkmäler und Monumente wie Pilze aus dem Boden. Dazu gehörte auch der Brüderfriedhof, der dem Gedenken an lettische Freiheitskämpfer gewidmet ist, die zwischen 1915 und 1920 im Freiheitskampf ihr Leben ließen.

Bralu Kapi - Eingang

Hinter einem steinernen Eingangstor liegt zunächst eine lange Allee mit 100 Linden, die nach lettischer Tradition für trauernde Witwen und Mütter stehen. Etwas erhöht folgt ein Ehrenhain aus 150 das Männliche symbolisierenden Eichen, in deren Mitte ein ewiges Feuer brennt. Dahinter das Gräberfeld und zum Abschluss der Anlage eine insgesamt 20 m hohe Statue, die “Mutter mit den gefallenen Söhnen”.

bralu2.jpg

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