LachtehartJetzt wo ich aus New York zurück bin (und mein Artikel für das Seminar Onlinejournalismus über meine Eindrücke zu der Stadt sogar Top Thema bei Netz-Betrieb war), kann ich mich endlich wieder den wichtigen Dingen des Lebens widmen. Ein neues Mem also. Bis jetzt waren die drei Meme, die ich hier beschrieben habe alle Videos und tatsächlich funktioniert YouTube irgendwie besonders gut als Memaschine. Die Gründe dafür kann ich jetzt nur vermuten, aber ich würde behaupten, YouTube ist 1. deutlich besser angenommen vom Durchschnittssurfer als andere Brühbecken der Meme und 2. fördert der Service durch seinen Aufbau allein das entstehen von Memen. Natürlich ist das bewegte Bild sowieso auch heute noch ein Kassenschlager und für viele Menschen das ansprechendste Medium. Heute aber etwas ganz anderes. Sprache.Es gibt Bereiche des Internets in denen Leute komisch Deutsch reden, nicht etwa, weil sie die Sprache nicht beherrschen, sondern weil sie ein Mem weiterverbreiten. Ich habe ehrlich gesagt noch nie einen richtigen Namen dafür gesehen, aber ich nenne es jetzt einmal Direktübersetzung. Das heißt, Sprüche aus dem Englischen (speziell andere Meme und Snowclones) werden nicht richtig übersetzt, sondern quasi Wort für Wort ins Deutsche übertragen oder vom Laut her angepasst. Dieses Mem scheint mir auch unter meinen Anglistikkommolitonen weit verbreitet und sorgt immer wieder für Freude. Ein Beispiel: “What the heck!” sagt der Englisch sprechende Menschen und meint “Was zum Teufel!” (oder so ähnlich). Das könnte man aber auch so übersetzen:

Waszurhecke

Zusammen mit dem Image Macro natürlich durchaus unterhaltsam. Die Mem geht deutlich weiter und kann auf praktisch alles angewendet werden, so wird aus dem englischen “I request X”-Mem ein “Ich requestiere X.” Die weitverbreitete Verwendung von “win,” wie in “This is win,” wird zu “Das ist Gewinn.” Auch Grammatik spielt also eher eine untergeordnete Rolle. Meine Vermutung für die Herkunft dieser Mem wären die Bemühungen gewisser Sprach”schützer” für Anglizismen deutsche Äquivalente zu (er)finden. So finden sich massenweise deutsche Namen für Technikprodukte: Firefox wird zum Feuerfuchs, der Browser zum Brausierer und online zu anschnur.

Ich persönlich finde dieses Mem höchst unterhaltsam und es funktioniert auch großartig andersherum. Eins meiner liebsten Beispiele ist das deutsche Sprichwort “Da wird ja der Hund in der Pfanne verrückt!” Aus dem kann man wunderbar ein “There goes the dog in the frying pan crazy” machen.

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