Anläßlich des 100 jährigen Bestehens des Futuristischen Manifests, das am 20.2.1909 in “Le Figaro” publiziert wurde, findet in Mailand im Palazzo Reale die Ausstellung “Futurismo. Velocità, Arte, Azione” (6.2.-7.6.2009) statt. Wer in der vorlesungsfreien Zeit die Ausstellung besuchen möchte, findet nähere Informationen auf der Website des Palazzo Reale: http://www.futurismo.milano.it.
Mittwoch, 18. Februar 2009 um 18.00 Uhr c.t.
Neuer Graben 40 – Raum 41/112
MASSIMO BALDI
liest aus seinem Gedichtband
DOPOGUERRA DELLE VERTEBRE
(Poesie 2001 – 2007)
Die Lesung findet im Rahmen des Seminars La poesia italiana tra il XX e XIX secolo (Doz. Massimo Pizzingrilli) statt. Der Dichter wird auf Deutsch einen Vortrag über die italienische Poesie halten. Die Gedichte werden mithilfe einer interlinearen Übersetzung vorgestellt.
Massimo Baldi ist 1981 in Pistoia geboren. Sein Studium der Philosophie hat er in Florenz abgeschlossen. An der Universität Siena schreibt er eine Promotion über Paul Celans Gedichte und die linguistischen Theorien des letzten Jahrhunderts. Über Celan hat er eine beachtliche Konferenz veranstaltet und den daraus folgenden Sammelband „Paul Celan. La poesia come frontiera filosofica“ (2008) herausgegeben. Seine Interessen und Leidenschaften gelten der italienischen und deutschen Dichtung des 20. Jahrhunderts. Massimo Baldi ist Gründer der Zeitschrift „Paletot“ und Redakteur für die Zeitschriften „I Quaderni del Battello Ebbro“ und “Aisthesis. Pratiche linguaggi e saperi dell’estetico”. Im Studienjahr 2006/2007 hielt er sich an der Universität Osnabrück und im Deutschen Literaturarchiv in Marbach auf, wo er seine Forschungen über die deutsche Literatur und die Dichtung Celans fortsetzte. Im Jahr 2008 erschien von ihm eine Auswahl von Gedichten Trakls „La notte e altre poesie“ und sein erster Gedichtband: „Il dopoguerra delle vertebre“.
Die Lagerhalle Osnabrück zeigt in Kooperation mit der Deutsch-Italienischen Gesellschaft e.V. den Film “Gomorrha – Reise in das Reich der Camorra”, basierend auf dem Weltbestseller des jungen italienischen Autors Roberto Saviano:
Gomorrha – Reise in das Reich der Camorra
Italien 2008, 136 Min.
Italienische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Regie: Matteo Garrone
Inhalt: In und um Neapel herrscht die Camorra. Drogenhandel, Geschäfte mit Giftmüll bis hin zu Kämpfen zwischen den einzelnen Familien prägen den Alltag der Beteiligten. In fünf ineinander verwobenen Episoden erzählt Matteo Garrone die Geschichten einzelner Personen, die auf unterschiedliche Weise mit der Camorra in Verbindung stehen.
Am Mittwoch, den 21.01.09, werden Livia Novi (Deutsch-Italienische Gesellschaft e.V.) und Andrea Palermo (Universität Osnabrück) vor und nach dem Film über das Buch berichten und für eine eventuelle Diskussion zur Verfügung stehen. Zudem wird Karin Vornhülz, Mitglied der katholischen Gemeinschaft Sant’Egidio, von dem im Film dargestellten Brennpunkt-Viertel “Le Vele” in Neapel berichten, das sie im Rahmen des Friedensgebet 2007 besucht hat.
Am 28. und 29.10. bietet die Lagerhalle in Kooperation mit der deutsch-italienischen Gesellschaft Osnabrück e.V. die Gelegenheit, den neuesten Film des Regisseurs Daniele Lucchetti im italienischen Original zu sehen:
Mio fratello è figlio unico
(Mein Bruder ist ein Einzelkind)
Italien/Frankreich 2007, 100 Min.
Italienische Originalfassung mit dt. Untertiteln
Regie: Daniele Luchetti.
Darsteller: Elio Germano, Riccardo Scamarcio, Diane Fleri, Alba Rohrwacher, Angela Finocchiaro.
Das Autoren-Duo Stefano Rulli und Sandro Petraglia hat nach „Die besten Jahre” erneut zwei ungleiche Brüder als Protagonisten für eine über zwei Jahrzehnte andauernde italienische Nachkriegsgeschichte ausgewählt. Der poetisch-paradoxe Filmtitel „Mein Bruder ist ein Einzelkind” formuliert treffend das Dilemma eines familiären oder nationalen Bündnisses: Jeder für sich und gemeinsam gegen die anderen. Frei von folkloristischer 68er-Nostalgie reflektiert die brüderliche Hassliebe auf tragikomische Weise eine spezifisch italienische Epoche gesellschaftlicher Zerrissenheit. (NOZ)
Inhalt: Bereits als Kind zu Beginn der sechziger Jahre gilt Accio als Rebell, der seinen Eltern und zwei Geschwistern das Leben schwer macht. Insbesondere mit seinem älteren Bruder Manrico liegt er im permanenten Clinch. Der Bruderhass nimmt groteske Ausmaße an, als Accio aus Protest gegen seinen kommunistisch organisierten Bruder den Faschisten beitritt. Haben die Brüder zwischen Marx und Mussolini noch konträr entschieden, zeigen sie bei den Frauen dieselbe Vorliebe. In Manricos Freundin Francesca verliebt sich auch der schüchternere Bruder. Während Accio durch die Beziehung zu Francesca reifer und politisch toleranter wird, taucht Manrico in den terroristischen Undergrund der Roten Brigade ab…
Im Rahmen des diesjährigen Filmfestes in Osnabrück bietet sich dieses Jahr wieder die Möglichkeit, italienisches Kino in der Originalfassung zu sehen. Gezeigt wird:
Improvvisamente l’inverno scorso
(Plötzlich letzten Winter)
Italien 2008, 80 Min. Originalfassung mit englischen Untertiteln
Regie: Gustav Hofer, Luca Ragazzi
Inhalt: Luca und Gustav sind seit acht Jahren ein Paar. Eigentlich nichts Ungewöhnliches, doch Luca und Gustav leben in Italien und hier scheint die Anerkennung ihrer Bürgerrechte noch immer ein großes Thema zu sein. Denn „plötzlich im letzten Winter“ wird ihr Privatleben förmlich auf den Kopf gestellt. Die italienische Mitte-Links-Koalition, seit März 2006 im Amt, kündigt eine Gesetzesinitiative zu eingetragenen Lebensgemeinschaften an, die auch gleichgeschlechtliche Partnerschaften einschließt. Schon die Ankündigung führt umgehend zu einer hitzigen Debatte in den Medien, in der Gesellschaft und in sämtlichen Parteien. In Italien kommt es verstärkt zu homophoben Gewalttaten, die von den Kirchenkanzeln und in den Fernseh-Talkshows dramatisch kommentiert werden. In dieser Situation machen sich Gustav und Luca mit der Kamera in der Hand auf eine Reise durch ihr Land, auf der sie mit einem beträchtlichen Quantum sexueller Intoleranz konfrontiert werden. Ihr Film dokumentiert ihre Gespräche mit Passanten, ihre Interviews mit Vertretern religiöser Vereinigungen, mit konservativen und mit liberalen Politikern – wobei ihre anfänglich noch ironische Betrachtungsweise mehr und mehr von einem Gefühl des Unbehagens überlagert wird. (Aus dem Programmheft des Festivals)
Trailer:
Sonntag, 12. Oktober 2008, 17.30 Uhr, Cinema Arthouse
Am Mittwoch, den 2. Juli, findet ein Gastvortrag des italienischen Politikwissenschaftlers Prof. Dr. Gian Enrico Rusconi statt. Unter dem Titel “Schleichende Entfremdung aus politischen Gründen?” wird der Politikwissenschaftler der Universität Turin über das aktuelle Verhältnis zwischen den Ländern Deutschland und Italien sprechen. Der Vortrag findet um 18 Uhr (c.t.) im Zimeliensaal der Universitätsbibliothek “Alte Münze” statt.
Am 15. Mai fand die Exkursion der Italianistik zur Ausstellung “Sizilien. Von Odysseus bis Garibaldi” in die Kunst- und Ausstellungshalle Bonn statt. Anhand von über 300 hochrangigen Werken erzählt die Ausstellung die wechselvolle Geschichte der Insel und zeigt von den ersten Spuren menschlicher Präsenz aus der Altsteinzeit bis zur Ankunft Garibaldis im Jahr 1860 an antiken Skulpturen, Gemälden, Kunsthandwerk und Architekturfragmenten den besonderen Kunstwert der Insel auf.