Gottesdienst Januar 2010

Von äußeren und inneren Mauern

Der erste Ökumenische Hochschulgottesdienst im neuen Jahr fand am Freitag, den 8. Januar 2010 statt.

Zu dem Semsterthema Mauerfall hielt Prof. Dr. Wolfgang Weig aus dem Institut für Psycholgie die Kanzelrede. Der Facharzt für Neurologie und Psychatrie bezog sich ausgehend von der äußeren Mauer auf die sogenannten inneren Mauern, mit denen wir tagtäglich konfrontiert werden. Das aktuell herrschende Paradigma der Globalisierung und des Kapitalismus führe zu zunehmender emotionaler Kälte, zu Formen des Mobbings unter den KollegInnen und zu neuen Mauern zwischen arm und reich.  Ebenso habe sich die Einstellung zur Technik gewandelt. Dienten technologische Innovationen früher den Menschen und erleichterten ihnen das Leben, so gelange man heutzutage in eine immer stärkere Abhängigkeit von elektronischen (Kommunikations-) Medien. Individualisierung, Verlust der sinnlichen Wahrnehmungsfähigkeit und sinkende Beziehungsfähigkeit seien die Folge und ließen neue Mauern durch weniger echte zwischenmenschliche Kontakte entstehen. Diese Entwicklung habe zur Folge, dass innere Mauern durch Unkenntnis und Vorurteile entstehen. Ressentiments gegenüber allem Fremdem würden einfach akzeptiert und es gebe kaum Anstrengungen, aufeinander zu zugehen und sich so kennen zu lernen.

Wie kann diesen inneren Mauern begegnet werden? Prof. Weig führte als Antwort auf diese Frage die (Rück-) Besinnung auf die christliche Botschaft an. Ein Gegenbeispiel für das o. a. Paradigma der Profitgier und der totalen Ausrichtung auf maximale Effizienz mit all seinen Folgen für jeden einzelnen Menschen böte der christliche Glauben. Ein Ernstnehmen des Evangeliums und ein an Christus orientiertes Leben stelle einen großen Schritt zum Abbau der inneren Mauern dar.
Die Kanzelrede in voller Länge wird in Kürze als Podcast am Ende dieser Seite zu finden sein.

Für die musikalische Gestaltung sorgte in gewohnter Weise der Fachbereich Musik. Wie in den bisherigen Ökumenischen Hochschulgottesdiensten erhielten die Besucher somit wieder einen Eindruck von der Vielfalt des musikalischen Spektrums der Universität Osnabrück. Klarinetten- (Jan Kaufhold) und Oboenmusik (Kathrin Jansen) – zum Teil im Zusammenspiel mit der Orgel (Christian Deuper) – erfreuten die Ohren der Anwesenden.

Durch die Liturgie des Gottesdienstes führten in ökumenischem Geist Pfarrer Jörg Hagen (Pfarrer der ev. Katharinengemeinde und Vertreter der ESG für das WS 09/10) und Prof. Dr. Martina Blasberg-Kuhnke (Professorin für Religionspädagogik am Institut für Kath. Theologie) gemeinsam mit Studierenden der ESG und KHG.

Der letzte Ökumenische Hochschulgottesdienst im WS 09/10 findet am
12. Februar, um 18 Uhr in der Katharinenkirche statt. Prof. Dr. Margit Eckholt vom Institut für Kath. Theologie wird die Kanzelrede halten.

Herzliche Einladung an alle Interessierten aus Stadt und Hochschullandschaft!

Mauer

Pressemitteilung >>

Kanzelrede von Prof. Dr. Wolfgang Weig: