Konzerte

Sie durchstöbern gerade das Archiv zum Thema Konzerte.

Letztes Wochenende kam ich doch noch dazu, ein Festival zu besuchen. Nachdem ich während des WGT  bereits in Urlaub war und Wacken und das Mera Luna dieses Jahr aufgrund von Fernstudiumsbeschäftigung für mich ausfallen müssen war ichletztes Wochenende immerhin beim Amphi in Köln. Bemerkenswert fand ich folgende Dinge:

  • Messegelände = betonierter Parkplatz (keine Schlammschlacht)
  • Messegelände = betonierter Standraum mit Regenschutz vor der Mainstage (noch weniger Schlammschlacht)
  • extrem gute Ausschilderung in Köln (kein Verfahren)
  • kein Stau bei der Anreise
  • .. und natürlich die extrem gute Bandauswahl :)

Ingesamt war das Wetter sehr wechselhaft, die Preise waren normale Festivalpreise, aber doch gab es einige Highlights, die ich nicht unerwähnt lassen möchte.

Zum einen hatten Mantus  den ersten Auftritt in ihrer nun fast 9-jährigen Bandgeschichte (mit Pause da Fast-Trennung). Leider war der Mischpultmitarbeiter irgendwie nicht fähig, den Sound richtig einzustellen (und das nicht nur bei Mantus), so dass man KEINE Gitarre, dafür ausschließlich Bass bis zum Trommelfellschmerzzu hören bekam. Schade drum, das hats ein wenig versaut..

 mantus.jpg

 

Ein weiteres – wenn auch sicherlich für einige fragwürdiges – Highlight war der Auftritt von Agonoize. Folgende warnung durfte anscheinend nicht unausgesprochen bleiben

agonoize.jpg

und doch war die Halle irre voll. Die Warnung war allerdings sinnvoll, denn natürlich konnten die Jungs die Sauerei mit dem Kunstblut nicht lassen (die ersten Reihen müssen ziemlich viel abbekommen haben) und bei Koprolalie gab es eine pornowürdige Einlage von Sänger Olli (hier aus Jugenschutzgründen nicht weiter zu erläutern). Auf jeden Fall gab es viel Bewegung im Publikum, eine intensive Show und eigentlich wußte auch jeder, worauf er sich einläßt, wenn er Agonoize sehen will…

Durch Agonoize angeheizt.. aber Moment. Es gab fast einen kompletten Publikumswechsel zur nächsten Band – Feindflug wollten als vorletzter Act in der Halle richtig einheizen. Dies gelang ihnen auch – ob die Sicherheitsleute Kontrollen durchführten, die diesem Hinweis zufolge nötig gewesen wären, ist mir allerdinsg unbekannt.

feindflug.jpg

Kurz gesagt: Feindflug haute mächtig rein, so mächtig, dass nach 40 Minuten Konzert ein 2 m² großes Stück Putz von der Decke fiel. Daraufhin musste aus Sicherheitsgründen das Konzert abgebrochen werden. Feindflug hat auf dem Amphi kein Glück,  wie es aussieht – letztes Jahr wurde Ihnen vor einem der von vielen Fans erwarteten Highlight-Songs der Strom abgedreht.  Wie auch immer – ist die Musik zu laut, ist die Halle zu schwach, oder so ähnlich. Sollte ich mal ein Haus abreißen wollen, weiß ich jedenfalls, wie das hinbekomme. Fragt sich nur, ob das teurer ist als ein normales Abrissunternehmen.

Laibach als letzter Act und alle Acts des zweiten Amphi-festivaltags mussten dann die Location wechseln. Und der Erbauer der Halle dürfte sich noch auf einigen Ärger einstellen..

Sie sind zurück!

Ich krieg mal wieder alles viel zu spät mit, aber: Mantus bringen nicht nur ein neues Album raus, sondern gehen dieses Jahr auch das erste Mal auf Tour. Damit erfüllt sich einer meiner ganz, ganz großen Wünsche. Ich freu mich schon tierisch..

Dass Wacken Kult ist, konnte man sich spätestens seit Full Metal Village denken. Leider hat die Popularität dieses Festivals nicht nur dazu geführt, dass alle merken, wie nett Metaller doch sein können. Abgesehen von den Vandalismuszuständen auf dem letzten Wacken (es wurden sogar Zelte angezündet) zeigt sich außer durch viele “Ich-sehe-eigentlich-nicht-so-aus-als-ob-ich-hier-hingehöre”-Besucher vor allem durch einen Tatsache:

Überfüllung!

Und das nicht nur unschön, wenn man nicht mehr aufs Gelände (!!)  kommt, um sich mal eine Band anzusehen, die Autoschlangen gehören ja so oder so dazu (auch wenn man da vielleicht organisatorisch ein bisschen dran drehen könnte).  Besonders unschön ist auch, wenn man nicht mal mehr überlegen kann, ob man nach Wacken fahren möchte, weil da die eine oder andere interessante Band spielt. Abwarten ist nicht mehr, da jeder seine Karte kauft, sobald es sie gibt. Das hat dieses Jahr das erste Mal dazu geführt, dass die Karten fürs Wacken 2009 schon 2008 ausverkauft waren. Jetzt kann man natürlich zu überteuerten Preisen bei ebay zig Tickets ersteigern, von denen eh so viele verkauft wurden, dass man wieder keinen Fuß an den Boden bekommt.

Ganz ehrlich: Das ärgert mich. Es sind derzeit 21 Bands bekanntgegeben, davon noch kein Headliner, und ich kann nicht mal mehr erwägen, eventuell hinzufahren.

Und wer sagt: Hätteste mal vorher ne Karte gekauft, kannst sie ja wieder verkaufen: Dasselbe hatte ich die letzten beiden Jahre aus persönlichen Gründen, und ich möchte das einfach nicht mehr.  Ergebnis: Ich fahre nicht nach Wacken und lasse mir den Kult, der vermutlich bald keiner mehr sein wird, entgehen. Viel Spaß beim Gegenseitig-auf-die-Füße-treten ..

Aufrgund von wie auch immer geartetem Ärger mit dem Veranstalter Burning Stage, die sich momentan in mehrfacher Hinsicht nicht gerade beliebt machen, wurden Samsas Traum gebeten, auf dem Hellflame- und dem Winternoise-Festival doch lieber nicht zu spielen. Schon der Auftritt beim Devil´s Revenge war für die Band und damit auch die Fans recht vermiest. Aber ein Alexander Kaschte lässt sich nicht einfach in die Suppe spucken und schluckt die ihm so vorgesetzten Tatsachen einfach so, sondern tut das, was man tun sollte, wenn jemand einem dermaßen auf den Schlips tritt: ANTI sein und sich ANTI verhalten, sprich: Ein Gegenkonzert parallel zum Hellflame-Festival. Stattgefunden hat das Ganze in der Bochumer Matrix, und zusätzlich zum extra für diesen Abend bereitgestellten Merchandise gab es für Hellflame-Kartenbesitzer 10 € Rabatt aufs Merchandise (entweder vor Ort oder auch beim Bestellen per Post).

Und der Abend stellte sich tatsächlich als nicht nur musikalisch, sondern auch optisch vielversprechend heraus. Es war – wenn man mal von den Auf- und Abbauhelfern absieht – den ganzen Abend kein Mann mit kurzen Haaren auf der Bühne (und keine Frau, weder mit kurzen noch mit langen Haaren). Das sollte den Metallern und vielleicht auch den anwesenden Mädels gefallen haben.

Bevor jedoch Samsas Traum  auftraten, gab es noch zwei sehr unterschiedliche Vorbands.

Als erstes waren Galskap aus Bremen an der Reihe, die uns laut Alex “räudigen Black Metal” spielen sollten. Vielleicht fehlt mir einfach der Sinn für diese Art der Musik, aber alles was ich in Erinnerung habe sind 3 Männer an den Instrumenten und einer dazu, der eindrucksvoll in sein Mikrofon schreit/brüllt/grunzt. Eindrucksvoll waren ebenfalls die Dinger an seinen Armen und vor allem, dass er sich nicht daran aufgespießt oder seine Haare nicht daran aufgewickelt hat:

dsc01263.JPG

Nach diesem Spektakel ging es dann mit Huinca und damit mit FolkCore aus Chile weiter. Klingt gewöhnungsbedürftig, bereitete aber das anwesende Publikum sehr gut auf den folgenden “Headliner” vor. Unterhaltsam waren auch die Ansagen des Gitarristen, der ein bisschen Deutsch spricht und recht witzig war.

Aber dann kam, von den vielen Anwesenden sehnsüchtig erwartet, endlich Alex mit einer handverlesenen Auswahl an Musikern auf die Bühne. Und, kurz zusammengefasst kann man sagen: Sie brachen wir ein Sturm über die Matrix herein und ließen nichts und niemanden unbewegt stehen. Im ersten Teil des Konzerts  gab es ausschließlich Songs vom “Heiliges Herz”-Album, wie “Zeitalter der Bäume” oder das “Liebeslied”, das Alex seiner Freundin Lisa widmete (das war schon irgendwie süß..). Als Zugaben kamen dann u.a. “Kugel  im Gesicht” und “Ein Foetus wie Du” – und als krönenden Abschluss ein Kaschte-Cover des Darkthrone-Songs “Graveyard Slut.

Mähne des Abends: Alex hat inzwischen irrsinnig lange Haare bis zur Mitte des Rückens, um die ihn sicher nicht nur die Kerle beneiden ;) und Fotos konnte ich leider nicht machen, dazu war es um mich rum zu bewegt. Vor allem gab es viele Leute mit langen Haaren, die selbige im Takt mit Alex durch die Gegend schleuderten.

Gestern abend entschloss ich mich spontan, nach Nordhorn zu fahren – nahe bei meinen Eltern – und das dortige Konzert von Eisbrecher zu besuchen. Kurze Verwunderung über den Auftritt dieser Band in einem kleinen Kaff – aber ich mag Auftritte in kleinen Clubs eigentlich ziemlich gerne.

Als Vorband gabs die Glamrocker von Jesus on Extasy ohne weibliche Bassistin.  eigentlich hatte ich dem schon entgegen gesehen, da ich sie vom Bochum total (2007) in mittelguter Erinnerung hatte (Und ich war backstage!). Na ja, immer wieder für Überraschungen gut: Als Vorband hatten sie das übliche Vorband-Los (Dialog zwischen einem Zuhörer und Sänger Dorian:
Zuschauer “EISBRECHER”
Dorian: “Ja, die kommen gleich auch noch”
Zuschauer: “Ja, und da freu ich mich drauf”
Dorian: “Das ist dein gutes Recht, dafür hast du schließlich bezahlt”)

Die Songs waren wesentlich tanzbarer als ich sie in Erinnerung hatte. Vielleicht spielt auch meine Abneigung gegen gepushte Bands eine Rolle, denn JoE wurden gerade in Ihrer Anfangsphase stark vom Sonic Seducer “unterstützt”.  Das erinnert immer so an DSDS und andere nette Sendungen (die ich zugegebenermaßen noch nie gesehen habe, aber man kriegt ja immer was mit, ob man will oder nicht.)
Als Anwärmmusik wars aber mehr als nett. Und Dorian ist glaube ich der einzige mir bekannte Sänger, der ein Arschgeweih auf den Bauch unterhalb des Bauchnabels tätowiert hat (sichtbar z.B. hier). Leider hatten JoE irgendwie ziemlich wenig Platz auf der Bühne, wie auf dem folgenden verwackelten, aber selbstgemachten Handyfoto gut zu sehen (das im Hintergrund ist das Schlagzeug von Eisbrecher – das von JoE steht irgendwo links halb im Backstagebereich..)

dsc00973.jpg

In der Umbaupause liefen Titelmelodien von 80er-Jahre-Serien (A-Team! Roseanne. Und so.)  vom Band, die ein interessantes Kontrasprogramm zum nun Folgenden darstellten. Eisbrecher – allen voran Ex-Megaherz-und-jetzt-Eisbrecher-Sänger Alexx brachte die Halle zum Schwitzen (ja, es könnte auch an der geringen Größe gelegen haben..), in dem er und die anderen eine verdammt gelungene Mischung aus neuen Songs (vom Sünde-Album), älteren Stücken (vom Antikörper-Album) und ganz alten Stücken (vom Eisbrecher-Album) spielten.Quasi ein Best of aus allen Alben :D

dsc00978.jpgdsc00982.jpg

Gruppengymnastik:
dsc00983.jpg

Und dem Mädel neben mir, das jedesmal zwischen zwei Liedern “AUSZIEHEN” brüllte, tat Alexx schließlich doch noch den Gefallen und zog sich (obenrum) aus. Eigener Kommentar: “Ich komm aus den 70ern, damals trug man überall Haare”. Ich frag mich eher, wie er es mit langer Hose und Hemd in dieser Sauna ausgehalten hat und dabei noch singen konnte. Ich war nach der Hälfte des Konzerts schon total ausgetrocknet (und froh über die zahlreichen Wasserflaschen, die Alexx dem Publikum überließ).
Um Euch das auch mal nicht vorzuenthalten:
dsc00997.jpg

However, wie immer wurde mit “Miststück” – einem alten Megaherz-Stück- das Konzert beendet, dass, wie ich feststellen durfte, glatte 1 3/4 Stunden (also nur für Eisbrecher) gedauert hatte. Hut ab. Mir tut jetzt noch alles weh, Arme vom Klatschen, Beine vom Tanzen und Rumhüpfen und der Rest einfach so. Aber das Fiepen aus dem Ohr ist weg. Und: Obwohl nur ca. 100 Leute anwesend waren (geschätzt) haben Eisbrecher mal wieder soooo viel Gas gegeben. Ich freu mich immer noch.

Beim Nachlesen in Wikipedia stelle ich fest, dass Eisbrecher zur NDH (Neuen Deutschen Härte) gezählt werden – ebenso wie Megaherz. Das erstaunt mich – in Bezug auf Megaherz, und da Eisbrecher ja doch einen großen Teil Megaherz beinhaltet.. vielleicht doch eher: neue alte Härte.

BigBird liest

Bret Easton Ellis: American Psycho

BigBird hört

Klangstabil

BigBird schaut

Dr. House - Staffel 3